Ein lesenswertes Buch für alle, die am aktuellen politischen Geschehen interessiert sind und die erfahren wollen, warum sich die Politiker so schwer mit der Einschätzung der Euro-Krise tun.
Die anhaltende Euro-Krise sowie die halbherzigen, oft populistischen Reaktionen der Politik lassen ein Scheitern des europäischen Projekts derzeit als reale Möglichkeit erscheinen. In seinem Essay verteidigt Jürgen Habermas Europa gegen die sich ausbreitende Skepsis, der er überzeugende Argumente für die Geschichte und vor allem die Zukunft der Europäischen Union entgegensetzt.
Denkblockaden in Bezug auf die Transnationalisierung der Demokratie räumt er aus dem Weg, indem er den Einigungsprozess in den langfristigen Zusammenhang der Verrechtlichung und Zivilisierung staatlicher Gewalt einordnet. An die Politik richtet Jürgen Habermas schließlich den Appell, das bisher hinter verschlossenen Türen betriebene europäische Projekt endlich auf den hemdsärmeligen Modus eines lärmend argumentierenden Meinungskampfes in der breiten Öffentlichkeit umzupolen.
[empfohlen von Frank Edele, Dannheimer Kempten]